Unvergessliches Geburtstagsgeschenk

"The Spirit of Jockgrim": Tommy Baldu bietet mit vielen Gästen eine grandiose Show zum Ortsjubiläum im Ziegeleimuseum
Der Bericht in der Rheinpfalz, Kultur Regional, zu den Konzerten zum Ortsjubiläum am 11. und 12. April 2015

Jockgrim: Ein unvergessliches, einmaliges und absolut außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk bereitete der Schlagzeuger Tommy Baldu seiner Heimatgemeinde. „The Spirit of Jockgrim“ nannte er die Cross-Over-Show, mit der er zwei Abende lang das Ziegeleimuseum zum Beben und den Saal ganz nach seinem eingangs ausgegebenen Motto „Man muss das Leben tanzen!“ regelrecht von den Stühlen riss.

The Spirit of Jockgrim - Laith Al-Deen  mit der Band von Tommy Baldu vor der Lichtkunst von haegar (Bild: Andreas Mauritz)

 Baldu hatte Dank seiner vielfältigen Kontakte und Engagements in der Musikszene eine komplette Band mitgebracht, sie allein begeisterte schon mit ihrer entspannten Professionalität. Dazu gehörten Nico Schnepf an der Heimorgel, Sebastian „Schlepper“ Flach am Bass, Daniel Stelter an der Gitarre und der quirlige Sänger David Meier. Mit geschickter Hand hatte der Bandleader die Formation um den „Tausendsassa“ Harald Laudenbach aus Jockgrim ergänzt, der den ganzen Abend lang enthu-siastisch strahlte.

Ein Überraschungs-Knüller waren die „Spirit Horns“, eine Bläsergruppe des örtlichen Musikvereins. Simon Schnneider, Thomas Sitter, Markus Reiß, Simon Ochsenreither und Klaus Fischer standen bei einigen Stücken mit auf der Bühne und servierten Dank der tollen Arrangements von Daniel Stelter einen runden, voluminösen Blues-Band-Sound.

Natürlich waren viele im bis auf den letzten Stehplatz ausverkauften Saal auch gespannt auf den wohl bekanntesten Künstler der Show. Tommy Baldu hatte seinen Freund Laith Al-Deen für die Show gewinnen können. Der Mannheimer reihte sich ganz unaufgeregt in die Band mit ein und lieferte eine tolle Live-Show mit eigenen Liedern und bekannten Cover-Songs. Der „Spirit“ dieses modernen Geburtstagsfestes, wohltuend weit entfernt von den sonst üblichen Festakten, sprang schon beim ersten gemeinsamen Song „All you need is love“ über. Kaum ein Fuß blieb still, es wurde mitgeklatscht, mitgesungen und mitgetanzt.

Neben der Musik lieferte die Show dazu ein perfektes optisches Spektakel ab. Der Lichteffektkünstler „haegar“, bürgerlich Christian Deutsch und in Jockgrim aufgewachsen, hatte für die Revue eine spektakuläre visuelle Bühnenshow vorbereitet. Darin waren historische Bilder und alte Filme von und über Jockgrim eingebaut.

Ganz aktuell fuhr der Videokünstler aber auch durch das moderne Dorf, verwandelte die Straßenansichten in ein nicht enden wollendes Meer von Leuchtbänder, während die Band dazu „Dancing in the street“ spielte. Noch prägnanter war ein Gitarren-Solo von Daniel Stelter, das optisch von der Sprengung alter Jockgrimer Ziegelei-Fabrikschornsteine begleitet wurde. Die Filme hatte vor vielen Jahren Gerhard Kimmel auf Super8 gedreht und überließ sie in digitalisierter Form dem Künstler heagar.

Die jüngste Künstlerin des Abends war die 16-jährige Julika Völkel, die mit ihrem eigenen Song „Ganz Nah“ direkt ins Herz zielte. Ohne vorherige Probe, quasi als „Blind Date“ sang Thalia Masino das melancholische „Sound of silence“. Die Gesangs-Formation „Five for One“ (samstags mit Christian Lorenz, Martina Preuß, Tobias Völkel und Michael Werling) gehörte ebenfalls zu den Überraschungsgästen und wurde ganz spontan von Laith Al-Deen und David Meier bei „We are the world“ unterstützt.

Tommy Baldu, betont er immer wieder, verdanke seiner Mutter Hilde Pfirrmann im Blick auf seine musikalische Karriere sehr viel. Da sie auch gerne singt und mit ihrem Lebensgefährten Hubert Reiß Hausmusik macht, lag es für Baldu nahe, die beiden Jockgrimer Originale auf die Bühne zu holen. Exzentrisch im Leoparden-Dress, zelebrierte die 85-jährige alleine „Ich bin komplett von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt!“, später sang sie noch ein Duett mit ihrem Partner, der mit der Mundharmonika zwei Soli gab. Aus einer ganz anderen Ecke, dem Bereich moderne Klassik, steuerte Jörg Schloß an der Klarinette zwei Soli bei.

Immer wieder belohnte das begeisterte Publikum mit stehenden Ovationen die Akteure, konnte einfach nicht genug haben von der berauschenden Stimmung im Saal, von einem Programm, das voll Witz und Spontanität, voll Emotionen und genialem Künstlergeist steckte und für jeden, besonders die Aktiven, unvergesslich bleiben wird.

Barbara Eichenlaub

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Veranstalter der Kozerte waren die Chöre im Männerchor 1862 Jockgrim e.V. und das Kuratorium für Kunst und Denkmalpflege Jockgrim e.V. "Zehnthaus"